Herrmann, Elisabeth
Ravna Tod in der Arkits
Buch

Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html) Autor: Anita Ruckerbauer; Sehr spannender All-Age-Thriller mit einem ungewöhnlichen Schauplatz. (ab 14) (DR) Weil sie Polizistin werden will, macht die junge Samin Ravna ein Praktikum in der verschlafenen Polizeistation in Varder, einem kleinen norwegischen Ort nördlich des Polarkreises. Hier arbeiten nur männliche Polizisten, die ihr gleich einmal klar machen, dass sie von Frauen in diesem Job wenig halten, noch weniger, wenn sie auch noch dem Volk der Samen angehören. Gleich zu Beginn ihres Praktikums werden sie zu der Leiche des reichen Rentierzüchters Trygg gerufen. Ravna entdeckt Anzeichen für traditionelle samische Riten, was aber niemand ernst nimmt. Da auch der Ermordete Same war, wird ihnen Kommissar Rune Thor geschickt, um die Ermittlungen zu übernehmen. Sowohl Ravna als auch Thor sind überaus starke Persönlichkeiten. Der Kommissar bricht wie eine Urgewalt über die Polizisten herein. Zwar entspricht er gängigen Klischees - persönliche Tragödie, die noch nicht verarbeitet wurde, Alkoholiker - aber die Autorin bereitet das sprachlich so gekonnt auf, dass man sicher ist, das in dieser Form noch nie gelesen zu haben. Und Ravna lässt sich weder von den unkontrollierten Wutausbrüchen des Kommissars noch vom Mobbing der Kollegen unterkriegen. Außerdem muss sie sich mit ihrer Herkunft auseinandersetzen, umso mehr, als sie entdeckt, dass ihre Urgroßmutter, mit der sie engen Kontakt hat, immer noch als Schamanin tätig ist. Ihr Wissen über samische Riten lässt sie bald mehr zu den Ermittlungen beitragen als ihre langgedienten Kollegen. Durch die Urgroßmutter erfährt man auch einiges über die spirituelle Welt traditioneller Samen, aber auch über die Probleme, mit denen Rentierzüchter in der modernen Welt konfrontiert sind. Kälte, Schneestürme und die hereinbrechende arktische Nacht (zu Beginn der ersten Kapitel sind die Minuten an Tageslicht angegeben) tragen ebenfalls zur fast mystischen Stimmung bei. Man merkt dem Thriller an, dass sich Elisabeth Herrmann mit der Geschichte und Kultur dieses Teils der Welt eingehend auseinandergesetzt hat, wodurch sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Ein richtiger Pageturner, den man kaum aus der Hand legen kann!


Rezension


Dieses Medium ist verfügbar. Es kann vorgemerkt oder direkt vor Ort ausgeliehen werden.

Personen: Herrmann, Elisabeth

Herrmann, Elisabeth:
Ravna : Tod in der Arkits / Elisabeth Herrmann. - München : cbj, 2021. - 460 S.
ISBN 978-3-570-17608-5

Zugangsnummer: 4045
Bücher f. Jugendliche u. Erwachsene - Signatur: DRP Her - Buch